Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Burnout
Welche Behandlungen und Therapien gibt es gegen Burnout?
Ein Burnout-Syndrom sollten Sie nicht ignorieren
Bei Patienten mit Verdacht auf Burnout muss in der Diagnostik abgeklärt werden, ob vielleicht andere Grunderkrankungen vorliegen, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Denn obwohl es sich derzeit nicht um eine eigenständige Erkrankung im klassischen Sinne handelt, birgt ein unbehandeltes Burnout-Syndrom ein hohes Risiko für psychische und somatische Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Medikamentenabhängigkeit, Tinnitus, Diabetes und Bluthochdruck. Menschen, die in der Vergangenheit bereits an solchen Erkrankungen gelitten haben, sind besonders gefährdet.
Vorbeugen, Therapieren und Heilen
Ein verdienter, hoch qualifizierter Kfz-Meister, der zum Geschäftsführer eines Autohauses ernannt wird, obwohl er keine Erfahrung als Führungskraft besitzt; eine umsatzstarke Außendienstmitarbeiterin, die als Vertriebsleiterin in den Innendienst befördert wird, aber sich am Schreibtisch einfach nicht wohlfühlt; oder der Manager, der nach vielen erfolg- und arbeitsreichen Jahren in Rente geht: Diese Aufzählung möglicher Ursachen, die langfristig zu permanenten Erschöpfungszuständen und anderen Beschwerden führen und schließlich ein Burnout-Syndrom auslösen können, ließe sich vermutlich unendlich fortsetzen.
Gegen das Burnout-Syndrom kann jeder etwas tun
Menschen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Resilienz (Widerstandskraft), sondern auch in ihrem strategischen Verhalten, wie sie mit außergewöhnlichen Belastungen oder neuen Herausforderungen im Beruf (aber auch häufig im Privatleben) auf Dauer fertigwerden.
Offenbar gibt es dafür geeignete und weniger geeignete individuelle Strategien: Während die einen „chronischen Stress“ offenbar mühelos wegstecken und selbst in brenzligsten Situationen ihre emotionale Kontrolle behalten, sind andere „vulnerabler“ und brechen unter weitaus geringeren Anforderungen zusammen. Wer nun versucht, den Schein zu wahren und die zunehmenden körperlichen und seelischen Beschwerden mit Beruhigungs- und Schlaftabletten, Aufputschmitteln oder Alkohol zu kompensieren, läuft noch mehr Gefahr, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln.
Burnout-Therapie ist nicht gleich Burnout-Therapie
Der inflationäre Gebrauch des Begriffs „Burnout-Syndrom“, der in vielen Medien inzwischen praktisch für sämtliche arbeitsbedingte seelische Störungen, Erschöpfungszustände und psychische Erkrankungen verwendet wird, ist bedenklich. Mittlerweile ist eine gigantische Behandlungsindustrie entstanden. Doch viele „Coaches“ (oder „Burnout-Berater“ sowie spezialisierte Kliniken) vermitteln ihren Klienten häufig bloß den Eindruck, dass Wellness und gesundes Essen, Sport und Yoga, Entspannungs- und Atemübungen und natürlich ein „vernünftiges“ Zeitmanagement ausreichen, ein Burnout-Syndrom zu eliminieren.
Doch es hat keinen Sinn, lediglich an den Symptomen bzw. Beschwerden herumzudoktern und einen chronisch erschöpften Menschen lediglich darauf vorzubereiten, die krank machende Konstellation „irgendwie“ weiterhin zu tolerieren, um kurzfristig wieder in die „Stress-Spirale“ im Berufs- oder im Privatleben einzutauchen. Außerdem besteht so die Möglichkeit, dass die Betroffenen evidenzbasierte Therapien nicht für nötig erachten (oder sie ihnen sogar vorenthalten werden).
Ärzte und andere professionelle Therapeuten dagegen können mit störungsspezifischen und evidenzbasierten Behandlungskonzepten nicht nur die Ressourcen ihrer Patienten stärken, sondern bewirken, dass ihnen nach der Therapie ein Umfeld zur Verfügung steht, dem sie sich gewachsen fühlen, was das Risiko eines wiederkehrenden Burnout-Syndroms und eventueller Folgeerkrankungen minimiert.
Therapien gegen das Burnout-Syndrom
Ein Burnout-Syndrom tritt nicht von heute auf morgen auf, sondern es handelt sich immer um einen längeren Prozess, der vollkommen verschiedene Auswirkungen auf den Betroffenen haben kann. Daher stellt sich häufig die Frage, ob eine ambulante oder doch eine stationäre Therapie die bessere Wahl ist. Generell kann man sagen, dass im Frühstadium eines Burnout-Syndroms ambulante und allgemeine psychohygienische Maßnahmen häufig ausreichen, um die Symptomatik abzumildern und für einen inneren Richtungswechsel zu sorgen.
Wenn Sie oder Ihr medizinischer Berater der Meinung sind, dass Sie die Linderung Ihrer psychischen Symptome und Beschwerden sowie eine grundlegende systemische Veränderung mithilfe von Ärzten und Therapeuten angehen sollten, finden Sie in allen Oberberg Fachkliniken professionelle Unterstützung. Unsere therapeutische Arbeit ist intensiv, innovativ, individuell und geprägt von menschlicher Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Atmosphäre. Gemeinsam suchen wir nach Ihrem persönlichen Weg zurück in ein unbeschwertes Leben. „Meine Arbeit macht mir Spaß!“ Diesen Satz wieder bedenkenlos sagen zu können ist ein wesentliches Ziel unserer Therapiekonzepte bei einem bestehenden Burnout-Syndrom.
Was können Sie als Patient von uns erwarten?
Wenn mit Ihrem Burnout-Syndrom bereits klar erkennbare depressive Symptome auftreten, sollten Sie eine längere Auszeit mit professioneller psychotherapeutischer Unterstützung in Betracht ziehen, um:
- eine Chronifizierung der depressiven Symptome sowie weiterer psychischer Erkrankungen zu verhindern
- das eigene Leistungspotenzial realistisch einschätzen zu können
- Lebendigkeit und Lebensfreude wiederzuentdecken – dazu gehören unter anderem ein guter innerer Antrieb, erholsamer Schlaf und das Erlernen von emotionaler Distanz gegenüber den alltäglichen Belastungen
- geeignete Strategien zu erlernen, wie Sie sich zukünftig nicht mehr selbst überfordern, sondern stattdessen wieder mehr auf sich selbst achten.
Neue Horizonte und Perspektiven entdecken
Ein weiteres wichtiges Ziel einer individuellen Burnout-Therapie sollte immer auch die Entwicklung neuer Denk- und Handlungsspielräume sein, damit sich das Gefühl einer inneren Freiheit einstellen kann. Genussfähigkeit und positive sinnliche Erfahrungen fördern den Zugang zu den häufig verschütteten Ressourcen der eigenen Person. Im besten Fall kann ein überwundenes Burnout-Syndrom daher auch als realistische Ausgangsbasis für eine nachhaltige Neuorientierung im Leben angesehen werden.
Zurück ins Leben – dank Remission, Recovery und Resilienz
Mit einer individuellen, störungsspezifischen Therapie kann das Burnout-Syndrom vollkommen verschwinden.
Wichtig: Während man noch bis vor wenigen Jahren von „Heilung“ gesprochen hat, bevorzugt die heutige moderne Psychiatrie die Begriffe „Remission“, „Recovery“ und „Resilienz“.
In der Phase der Remission (Rückgang, vorübergehendes Nachlassen von Krankheitssymptomen) sollen die depressiven Symptome abnehmen und der Patient gleichzeitig zu einer bejahenden Lebenseinstellung (Optimismus, Vitalität, Selbstbewusstsein, Lebenswillen) zurückfinden. Weitere positive Faktoren, die mit der Remission einhergehen, sind die Rückkehr zum normalen psychosozialen Funktionsniveau, eine durchgehende Bewältigung von Alltagsstress und -verpflichtungen und eine verbesserte Beziehungsqualität zu engen Bezugspersonen.
Die Recovery bezeichnet „die Rückkehr eines Menschen in seinen normalen Alltag, den er nach seiner Therapie mental gesund und gestärkt so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten vermag“ (Zitat: Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie).
Das heißt, dass berufstätige Patienten wieder sukzessive in ihren Beruf zurückkehren, sich eventuell neu orientieren und (wieder) in der Lage sind, soziale Kontakte aktiv zu beleben, beizubehalten und gegebenenfalls neue Beziehungen aufzubauen. Entscheidend ist dabei auch, dass ein Patient nach einer erfolgreichen stationären Therapie seine neu gewonnene psychische Stabilität langfristig aufrechterhalten und zukünftige negative Erlebnisse verarbeiten kann, ohne in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.
Resilienz beschreibt die „innere Widerstandskraft“, die mit einer individuellen Psychotherapie gestärkt werden kann, um die Gefahr eines Rückfalls deutlich zu reduzieren.
Was macht die Oberberg Burnout-Therapie aus?
- Individueller Therapieplan
- Behandlung von weiteren („komorbid“) auftretenden psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
- Erarbeitung einer effizienten Stress-Prophylaxe
- Einbeziehung der Angehörigen und ggf. des sozialen Umfeldes – auch des Arbeitgebers, wenn dies gewünscht wird
- Eine stationäre Therapie dauert in der Regel vier bis acht Wochen
In allen unseren Oberberg Fachkliniken, die sich auf die Behandlung des Burnout-Syndroms und seiner Folgeerkrankungen spezialisiert haben, unterstützen wir Sie während ihres vier- bis achtwöchigen stationären Aufenthalts mit wirksamen evidenzbasierten Entspannungs- und Stressreduktionsverfahren und achtsamkeitsbasierten Therapien (u.a. MBSR – „Mindfulness Based Stress Reduction“). Zusätzliche körperorientierte Therapien wie individualisierte Fitness- und Sportprogramme und die modernsten pharmakologischen Therapieverfahren fördern diese Prozesse und ermöglichen Ihnen einen besseren Zugang zu Ihrer Wahrnehmung und Ihren Emotionen.
Wichtig: Es gibt viele verschiedene erfolgreiche Psychotherapie-Ansätze. Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team ausführlich besprechen, welches individuelle evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht. Allerdings sollten Sie auch immer damit rechnen, dass jede Psychotherapie ein gewisses Maß an Geduld und Durchhaltevermögen erfordert.